Unser Problem ist eine technikorientierte statt wissensbasierte Landwirtschaft, die es nicht versteht, sich in ökologische Mechanismen einzupassen, und die stattdessen auf plumpe chemische Lösungen setzt – weil das einfacher ist und sich auch noch gut verkaufen lässt. Mit diesem Prinzip verlässt sich unsere Landwirtschaft in Europa mehr und mehr auf den massiven Einsatz giftiger Chemikalien, die sie beschönigend »Pflanzenschutzmittel« nennt, und landet damit in einer gefährlichen Sackgasse.

Martin Häusling, MdEP

Die vielen Tonnen Agrargifte, die jährlich weltweit in die Böden eingebracht werden, verschwinden nicht einfach. Sie kehren zu uns zurück. Sie vergiften und zerstören nicht nur den Erdboden in seiner ganzen lebendigen Vielfalt, sondern auch unseren Körper. Ein lebenszerstörender Kreislauf. Doch die Agrarchemie, eine Handvoll Großunternehmen, kümmert dies nicht, solange der Profit stimmt. Im Angesicht der Zerstörung des Lebens können wir nicht anders, als aktiv sein um die Erde und uns selbst wieder gesund zu machen. Jede Aktion gegen den Einsatz der Agrargifte, und scheint sie auch noch so klein, zählt.

Susanne Fischer-Rizzi, Heilpflanzenfachfrau und Autorin


Die Information über Glyphosat, die wir heute haben, reicht aus, um die Zulassung von Roundup sofort zu stoppen. Wichtig ist, dass nicht nur Glyphosat, sondern auch andere Wirkstoffe im Roundup, die höchstwahrscheinlich auch gesundheitsgefährdend sind, sofort vom Markt gezogen werden. Wir haben genügend gute agronomische Alternativen, um genügend Qualitätsnahrung auch ohne Herbizide zu produzieren.

Hans Rudolf Herren, Insektenforscher, Landwirtschafts- und Entwicklungsexperte


Lange galten Glyphosatpräparate aus Sicht der Agrarkonzerne und der zuständigen Behörden als wenig gefährlich. Diese Einstufung wurde nun wiederlegt und es zeigt sich einmal mehr: »One size fits all« funktioniert in der Natur eben nicht!

Prof. Dr. Michael Braungart


Die sogenannten Pflanzenschutzmittel sind das beste Beispiel für unser pervertiertes Agrarsystem: Sie schützen nicht, sie töten. Was bilden wir Menschen uns ein, bedenkenlos LEBENS-Mittel mit Hilfe von todbringenden Giften herstellen zu wollen? Gesunder Boden ist ein eigener Kosmos mit Millionen Kleinstlebewesen. Nur die ökologische und giftfreie Landwirtschaft hält sie dauerhaft gesund und kann uns Menschen nachhaltig nähren.

Sarah Wiener, Köchin, Autorin, Unternehmerin


Die konventionelle landwirtschaftliche Produktion belastet die Natur zunehmend mit Agrargiften. Nur eine bessere Agrarförderpolitik, ein dauerhaftes Verbot von Agrargiften, die Mensch und Umwelt gefährden, und der Ausbau des ökologischen Landbaus kann den gefährlichen Trend umkehren. Der Gifteinsatz darf nicht weiter als »ordnungsgemäße Landwirtschaft« verharmlost werden.

Prof. Dr. Hubert Weiger, BUND


Die Industrie entwickelt ein gentechnisch verändertes Saatgut, das resistent gemacht wurde gegen ein Gift der gleichen Firma. Dieses Gift – Roundup von Monsanto – tötet alles auf dem Acker, was grün ist – außer der resistenten Nutzpflanze. Kann man sich etwas Perverseres vorstellen?! Und das gleichzeitig als Fortschritt zu verkaufen …

Bertram Verhaag, Regisseur und Produzent


Ich besitze nur 6000 m² Land und es leben davon vier Familien mit Bio-Kräuteranbau. Der verantwortungslose Umgang mit Pestiziden im integrierten Obstbau zwingt mich, die Kräuterfelder komplett einzuhausen, um den Betrieb weiterführen und dieses kleine Paradies sauber meinen Nachkommen übergeben zu können.

Urban Gluderer, Bio-Kräutergärtner


Im mittleren Westen der USA, wo ich aufgewachsen bin, habe ich erlebt, wie aus kleinbäuerlichen Familienbetrieben endlose Monokulturen wurden. Die Böden sind beinahe so tot wie Wüsten, Ackerkräuter verschwunden, Bienen fast ausgestorben. Wir dürfen nicht zulassen, dass gigantische internationale Konzerne, denen es nur um Profite geht, eine feudale Totalherrschaft über die Menschen und die Erde errichten.

Dr. Wolf-Dieter Storl, Ethnobotaniker


Der weltweite Einsatz sogenannter „Pflanzenschutzmittel“ steigt ständig an. Daran verdienen große Konzerne. Leidtragende sind LandwirtInnen, VerbraucherInnen und die Umwelt. Wir brauchen einen Weg raus aus dieser Sackgasse!

Jochen Fritz, Leiter der Kampagne „Meine Landwirtschaft“


Auf meinem letzten Hof habe ich auch ziemlich viel gesprüht, obwohl ich diese Arbeit nicht mochte. Ich fühlte mich immer etwas unbehaglich, wenn ein jahrelang verwendeter Wirkstoff ganz leise vom Markt genommen wurde, weil sich rausgestellt hatte, dass er Krebs oder Missbildungen bei Ratten verursacht.

David Wilson, Biobauer auf Prinz Charles' Duchy Home Farm


Nachdem ich angefangen hatte Chemikalien einzusetzen, wurde mir irgendwann plötzlich klar, was wir da eigentlich machten. Ich wußte, wie schädlich sie für meine Gesundheit sein konnten, und fühlte mich schuldig, wenn ich das Spritzen jemand anderem übertrug.

Richard Gantlett, Demeter-Landwirt, Yatesbury House Farm (UK)


Seit den 1960er Jahren wird – erfolglos – versucht, gefährliche Pestizide »sicher« einzusetzen. Jetzt müssen daraus endlich Lehren gezogen werden, indem das gefährliche System des chemischen Pflanzenschutzes beendet und ökologische Anbauverfahren konsequent gefördert werden.

Carina Weber, PAN Germany


Der Bauernverband bezeichnet Flächen, auf denen keine Pestizide ausgebracht werden dürfen, als „stillgelegt“. Ökolandbau kommt ohne Pestizide aus – sind diese Flächen deshalb stillgelegt? Ganz im Gegenteil: ohne Pestizide erwacht die Natur zum Leben! Summende Bienen, krabbelnde Käfer und zwitschernde Vögel sichern unser Überleben. Unsere Lebensgrundlage können wir nur in Harmonie mit der Natur sichern – und nicht gegen sie.

Gisela Sengl, MdL


Unser Problem ist eine technikorientierte statt wissensbasierte Landwirtschaft, die es nicht versteht, sich in ökologische Mechanismen einzupassen, und die stattdessen auf plumpe chemische Lösungen setzt – weil das einfacher ist und sich auch noch gut verkaufen lässt. Mit diesem Prinzip verlässt sich unsere Landwirtschaft in Europa mehr und mehr auf den massiven Einsatz giftiger Chemikalien, die sie beschönigend »Pflanzenschutzmittel« nennt, und landet damit in einer gefährlichen Sackgasse.

Martin Häusling, MdEP


Ich bin Vater von drei Töchtern und möchte jeden Morgen mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen können. Heute gelten wir als grüne Spinner, aber in zehn Jahren werden sie uns Propheten nennen. Denn mit den Pestiziden vergiften wir unsere Zukunft. Im wörtlichen und im übertragenen Sinn.

Dr. Johannes Fragner-Unterpertinger, Apotheker in Mals


Jeder Fortschritt der kapitalistischen Agrikultur ist nicht nur ein Fortschritt in der Kunst, den Arbeiter, sondern zugleich in der Kunst, den Boden zu berauben, jeder Fortschritt in der Steigerung seiner Fruchtbarkeit für eine gegebene Zeitfrist ist zugleich ein Fortschritt im Ruin der dauernden Quelle dieser Fruchtbarkeit.

Karl Marx (1867)


Wenn genügend Menschen fordern, dass Gifte in unseren Böden, Pflanzen und Tieren, auf unseren Tellern, in unseren Körpern nichts zu suchen haben, wird die Landwende möglich. Dazu muss die Empörung laut und virulent werden. Es liegt in unser aller Händen, eine enkeltaugliche Landwirtschaft herbeizuführen.

Dr. Ute Scheub, Publizistin


Das von der Agrarindustrie im Verein mit der Biotechnologie-, Chemie- und Pharmaindustrie aufgefahrene Vernichtungspotenzial ist inzwischen so gewaltig geworden, dass gute Chancen bestehen, unsere natürliche Mitwelt bis auf wenige, ständig weiter schrumpfende Nischen zu vernichten.

Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald


Es ist das Gebot der Stunde, der durch uns Menschen ausgelösten Veränderung des globalen Naturhaushalts und der Zerstörung der Lebensfülle, dem Verlust an biologischer Vielfalt mit allen zur Verfügung stehenden Kräften entgegenzuwirken.

Prof. Dr. Michael Succow


Das zentrale Bemühen einer enkeltauglichen Landwirtschaft muss es sein, die Lebensgemeinschaften auf den Äckern in ihrer ganzen komplexen Vielfalt zu hüten. Nur dann werden sie selbst die Bedingungen schaffen, die auch für uns Menschen ein gutes Leben sichern. Statt mit Gift Tod und Vernichtung über die Äcker zu bringen, müssen wir das Leben fördern!

Johannes Heimrath, Herausgeber der Zeitschrift Oya